Schmerz als Folge von Stress

Die Stressreaktion des Körpers
Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Herausforderungen und Belastungen. In akuten Situationen hilft uns diese Reaktion dabei, aufmerksam, leistungsfähig und handlungsbereit zu sein. Sobald das Gehirn eine Situation als stressig wahrnimmt, aktiviert es das vegetative Nervensystem und veranlasst die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin. Diese Hormone versetzen den Körper in erhöhte Alarmbereitschaft:
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Herzschlag und Blutdruck steigen.
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Die Atmung wird schneller.
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Die Aufmerksamkeit nimmt zu.
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Die Muskulatur wird angespannt und leistungsbereit gemacht.
Was passiert bei dauerhaftem Stress?
Diese erhöhte Muskelspannung ist grundsätzlich sinnvoll. Sie ermöglicht es dem Körper, innerhalb kürzester Zeit auf Belastungen zu reagieren. Problematisch wird es jedoch, wenn Stress nicht nur vorübergehend auftritt, sondern über Wochen, Monate oder sogar Jahre anhält. In diesem Fall verbleibt die Muskulatur häufig in einem Zustand erhöhter Grundspannung. Besonders häufig betroffen sind:
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Nacken- und Schultermuskulatur
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Die Kaumuskulatur
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Die Muskulatur entlang der Wirbelsäule
Da sich dieser Prozess meist schleichend entwickelt, wird die dauerhafte Anspannung von vielen Menschen zunächst gar nicht bewusst wahrgenommen. Der Körper gewöhnt sich an das erhöhte Spannungsniveau und empfindet es mit der Zeit als normal. Gleichzeitig kann die Beweglichkeit einzelner Muskelgruppen abnehmen, und es entstehen Zug- und Druckbelastungen auf umliegende Gelenke, Sehnen und Faszien.
Anhaltende Muskelanspannung kann zudem die lokale Durchblutung beeinträchtigen und die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen erschweren. Gleichzeitig werden Stoffwechselprodukte langsamer abtransportiert. Dadurch können Schmerzrezeptoren empfindlicher werden und Beschwerden entstehen, die sich zunächst nur bei bestimmten Bewegungen bemerkbar machen, später aber auch in Ruhe bestehen können.
Warum entstehen Schmerzen?
Neben diesen körperlichen Veränderungen beeinflusst chronischer Stress auch die Verarbeitung von Schmerzreizen im Nervensystem. Das Gehirn befindet sich gewissermaßen in einem dauerhaften Alarmzustand und reagiert empfindlicher auf Reize. Schmerzen werden dadurch häufig intensiver wahrgenommen, und bestehende Beschwerden können sich verstärken. Es entsteht ein Kreislauf, in dem Stress zu Muskelanspannung führt, die Muskelanspannung Schmerzen verursacht und die Schmerzen wiederum zusätzlichen Stress erzeugen. Bei vielen Menschen bleiben Verspannungen und Beschwerden deshalb auch dann bestehen, wenn der ursprüngliche Auslöser längst verschwunden ist. Der Körper hat sich an das erhöhte Spannungsniveau gewöhnt und findet nicht mehr ohne Unterstützung in einen entspannten Zustand zurück.
Bedeutung für Akupunktur und manuelle Therapien
Akupunktur und Manuelle Behandlungen können dabei helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Durch gezielte Reize im Gewebe können verspannte Muskel- und Faszienstrukturen gelockert, die Beweglichkeit verbessert und die Körperwahrnehmung geschult werden. Viele Menschen nehmen dabei erstmals wahr, wie viel Spannung sie unbewusst über längere Zeit gehalten haben. Besonders nachhaltig wirken solche Behandlungen häufig dann, wenn sie mit Maßnahmen zur Stressregulation kombiniert werden, beispielsweise regelmäßiger Bewegung, ausreichender Erholung, Atemübungen oder anderen Entspannungstechniken.
Aus ganzheitlicher Sicht sind chronische Verspannungen daher oft nicht nur ein lokales Problem einzelner Muskeln, sondern Ausdruck einer länger anhaltenden Belastung des gesamten Organismus. Die Behandlung mit Akupunktur und manueller Medizin kann dabei ein wichtiger Schritt sein, um dem Körper den Weg zurück zu mehr Beweglichkeit, Entspannung und Wohlbefinden zu erleichtern. Wenn du möchtest berate ich zudem gerne zu Ernhährung (ausgewogene Makro- und Mikronährtsoffversorgung) und alltagstauglichen Übungen zur aktiven Muskelentspannung und Stressreduktion.
Quellen:
Bruce S. McEwen, Ph.D (1998) Protective and Damaging Effects of Stress Mediators
Bialosky et al. (2009) The mechanisms of manual therapy in the treatment of musculoskeletal pain: A comprehensive model
